von musikzine - 13.08.09 - 21:34
Ununterbrochen spielen die Radiostationen ihre großen Hits "This is the Life", "Mr. Rock & Roll" und neuerdings auch "Poison Prince" aus Amy MacDonalds Album "This is the Life". Doch das Album bietet weit mehr und der beste Song wurde meiner Meinung nach gar nicht als Single ausgekoppelt.
Nachdem ich auf der diesjährigen Sennheiser Party während der Prolight+Sound Messe 2009 in Frankfurt Amy MacDonald live erleben durfte, war ich gleich begeistert und hab mir das Album "This is the Life" besorgt. Ehrlich gesagt hatte ich vor diesem Tag noch wie was von Amy MacDonald gehört. Na gut, der Name sagte mir schon etwas, aber dass die nette Schottin solch eine Power auf die Bühne bringen kann, war mir nicht bekannt.
Die "bekannten" Amy MacDonald-Hits
Ich denke über die bekannten Titel "Mr Rock & Roll" oder "This is the Life" muss ich nicht mehr viel berichten. Das sind beides Top-Titel, aber eben wie so vieles durch das dauernde Auftreten im Radio einfach ausgelutscht. Aber dies sind auch garnicht die Titel, die dieses Album ausmachen, vielmehr sind es die weniger bekannten.
Normaler Weise endet das nicht gut, wenn man mir eine CD in die Hand gibt, bei dir die einzigen Songs, die ich kenne an Position eins und zwei stehen. Dann geht die Motivation verloren, die CD weiterzuhören, wenn die besten Songs schon rum sind. Aber bei Amy MacDonald ist das ganz anders. Nach den zwei absoluten Stimmungsmachern, kriegt man richtig Lust auf mehr. Akkustikgitarren-Rock vom feinsten bahnt sich an.
Now let's "Run"
Wer kennt folgendes Gefühl nicht? Ihr sitzt im Auto, die Musik ist laut genug, dass man den Motor nicht mehr hört. Ihr nähert euch dem Ortsausgang, das Tempolimit wird aufgehoben. Ihr beginnt mit euren Daumen den Takt auf dem Lenkrad zu klopfen und letztendlich - let's face it - auch laut mitzusingen. Ein Gefühl von Freiheit, ein gutes Gefühl, das mit keinem Song besser klappt als mit "Poison Prince". Der eher energievolle, leicht hektische Song, macht wach.
Vielleicht nicht das beste, solche Songs währrend der Autofahrt zu hören, redet doch jeder von teurem Sprit, Wirtschaftskrise und Umweltschutz. Daran scheint auch Amy MacDonald gedacht zu haben, als sie den nächsten Song für das Album wählte. "Youth of Today" ist ein Song zum Zuhören, nicht zum Mitsingen. Ein langsamer Song, der euch wieder daran erinnert, dass das Tempolimit abseits von Autobahnen doch begrenzt ist. Der deutlich langsamere, aber trotzdem temperamentvolle Song, thematisiert ein allbekanntes Problem: unterschiedliche Ansichtsweisen zwischen jung und alt, "in my days we would bitter behave - but it's not your day, no more".
In ähnlichem Stil geht es weiter mit dem Title "Run", der schon durchgehend schneller, lauter und ausdrucksstärker wird - jedoch immerhin noch nicht ganz auf dem "Autobahn"-Level ist.
Kann schottische Musik wirklich spannend sein?
Naja, zugegebner Maßen, wenn man die Frage so stellt, klingt es doch etwas merkwürdig. Aber letztendlich gibt es kein Wort, dass den Titel "Let's Start A Band" besser beschreibt. Das Lied beginnt bereits äußerst eindrucksvoll mit Tropeten im Hintergrund. Es klingt mächtig und doch ganz sanft. Wie ein Luftballon, der sich langsam, aber immer weiter füllt. Er wird immer größer - der Song wird schneller, härter. Und doch ist es nur ein Luftballon - ein sanftes Lied. Bis der Luftballon platzt - der Song seine volle Power zeigt.
Wer an dieser Stelle das Radio noch nicht so laut gestellt, voller Erwartung auf genau diesen einen Moment, sollte vielleicht die CD sofort aus dem Player nehmen. Auf den einen Moment, an dem Amy loschreit "Let's start a Band, let's start a band". Das ist definitiv der Höhepunkt des Albums (Hehe, Wortspiel :P). Nicht umsonst wohl auch Track sechs von zwölf.
An diesem Punkt sollte man als "aktiver" Hörer des Albums ausser Puste sein.
Erholung ist angesagt.
"Barrowland Ballroom" ist der Beginn der Cool-Down-Phase. Immernoch ein recht schneller, aber deutlich weniger kraftvoller Song leitet er die zweite und deutlich gemütlichere Hälfte von "This is the Life" ein. Richtig gemütlich geht es dann mit "L.A." weiter, erneut ein Song zum Zuhören. Bevor ihr beim Autofahren allerdings einschlaft, kommt nochmal ein absoluter Stimmungssong. Ich schlage schon wieder den Takt mit meinen Daumen auf dem Keyboard. (Ein Lenkrad habe ich gerade nicht zur Hand) Neben ähnlicher Stimmung wie bei Poison Prince, sind es auch wieder die Liedtexte, die Gelassenheit und doch Energie ausstrahlen. "I think you're beautiful, but you're hair is a mess. And your shoes are untied - but that's what I love best."
Die letzten Songs "Footballer's Wife" und "The Road to Home" lassen das Album ausklingen. Langsame, aber sehr schöne Songs. Als Schottin kommt dann noch ein obligatorischer Song über die Heimat names "Caledonia" als Hidden Track dazu. Meiner Meinung nach etwas zu viel des guten, aber wenn euer CD-Spieler so wie meiner nach dem letzten Titel wieder den ersten spielt, einfach ein toller Kontrast. Ja, man muss die CD einfach zweimal hinterander hören. Mindestens.
Kauftipp?
Unbedingt. Zumal das Album mittlerweile bei Amazon nur noch rund 8€ kostet, ein absolutes Muss. Und wenn ihr nicht so gerne Auto fahrt wie ich - ich bin mir sicher, das Album klingt genauso toll beim Arbeiten, Relaxen oder Sport.
Tags dieses Eintrags: Amy MacDonald Schottland Albumtipp
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